M.Sachse Site Admin
Anmeldedatum: 14.01.2007 Beiträge: 20
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| Verfasst am: 30.01.2007 14:40 Titel: Die Art der Depression über die Versagung oder Ablehnung |
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Viel schlimmer noch als diese Art der Verwöhnung ist die Art der Versagung.
Hier kommt es soweit, dass die Mutter sich aus irgendwelchen Gründen feindselig gegenüber dem Kind verhält oder es gar ablehnt, trotz allem aber den tiefen Wunsch hat, ihm eine gute Mutter sein zu wollen. Das zieht dann Schuldgefühle nach sich, da sie diese Bedingung kaum erfüllen kann. Die Verwöhnung des Kindes hat nun völlig falsche Motive - auf der einen Seite die Wiedergutmachung und auf der anderen Seite die Schuldgefühle der Mutter.
Mütter mit einem depressiven Erscheinungsbild sind oft in ihrer eigenen Kindheit viel zu kurz gekommen und haben nur wenig Liebe und Zuneigung erfahren. Manchmal fehlt einfach das nötige Einfühlungsvermögen oder das Verhalten entsteht aus einer größeren Unsicherheit der Mutter selbst. So ist es gerade diesen Menschen nicht möglich auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes einzugehen. Schon hier entstehen die ersten Schäden, denn das Kind ist zunächst überfordert, wenn man ihm schon zu früh die Anpassungen an Lebensbedingungen zumutet, ohne dabei Rücksicht auf die Bedürfnisse des Kindes zu nehmen.
Ein klares Beispiel hierfür ist das unregelmäßige Stillen oder dass das Kind zu schnell nach dem Stillen wieder ins Bettchen gelegt und alleine gelassen wird.
Aus all diesen schlechten Bedingungen bildet sich später nun eine Art der Hoffnungslosigkeit - sie glauben weder an die Zukunft noch an sich selbst und haben eigentlich nur gelernt sich anzupassen. Sie erwarten immer das Schlimmste, so findet man hier die meisten Pessimisten. Sie tragen fast generell ein Gefühl der Aussichtslosigkeit mit sich und üben Ihre starken Seiten eher im Verzicht. Meist gehen sie gar nicht erst mit der nötigen Intensität an die Dinge heran, da sie eh der Meinung sind, dass ihnen nichts glückt und so bleibt schon oft der Versuch aus es zu probieren. So kann man immerhin auch noch angenehm enttäuscht werden.
Die frühen Versagungserlebnisse haben für das Kind an dieser Stelle mehrere gravierende Folgen. Zum einen erlernt das Kind die frühe Resignation, was es immer daran hindern wird zu fordern.
Eine der unangenehmen Folgen früher Versagungserlebnisse, dass das Kind automatisch das Gefühl bekommt nicht oder nur wenig liebenswert zu sein. Das wird dann zur Basis großer Minderwertigkeitsgefühle.
Diese Art von Minderwertigkeitsgefühlen kommen in erster Linie daher, dass das Kind in dieser Phase seiner Entwicklung überhaupt keine Vergleichsmöglichkeiten hat. Aufgrund dessen realisiert das Kind auch gar nicht, ob die Eltern fähig zur Liebe sind oder nicht. Bei Fällen mit großen Minderwertigkeitsgefühlen hat der Depressive oft das Gefühl, überhaupt keine Lebensberechtigung zu haben und wenn, sich diese erst hart verdienen zu müssen.
So gelangt er nur an seine Existenzberechtigung, wenn er bereit ist für andere zu leben.
Die Gefahr hierin liegt in der schuldhaften Fixierung der Eltern, und lebenslanger Wiedergutmachungstendenzen gegenüber seiner Eltern. Man opfert so sein eigenes Dasein dem Egoismus seiner Eltern und empfindet diese Situation auch noch als selbstverständlich.
Im Groben könnte man nun behaupten, dass das Ergebnis von Versagung und Verwöhnung eigentlich das Gleiche ist, da beides zur Entwicklung einer depressiven Persönlichkeitsstruktur führt.
Doch das verwöhnte Kind gelangt meist erst viel später in die Angst- und Kriesensituationen.
Da es sehr schnell in diesen Situationen resigniert, findet man gerade hier ein großes Potential an Suchtopfern.
Das Kind, das unter Mangelerlebnissen und Versagungen groß wird, lernt sehr früh zu verzichten. Hierbei entwickeln sich zurückhaltende und schüchterne Persönlichkeiten, die es gelernt haben sich anzupassen. Für die Eltern häufig sehr bequem und die Depression wird im Regelfall zu spät oder gar nicht erkannt. Das Kind stellt sich auch später immer wieder in den Hintergrund und versucht den Forderungen und Erwartungen der anderen ständig gerecht zu werden. Das ist auch einer der Gründe, das diese Art von depressiven Menschen den Umgang mit mehreren Menschen ablehnen, da sie unmöglich all diesen Forderungen gerecht werden können.
Sie versuchen, das gelebte Liebesdefizit über ihre Helfersymptome und ihre Nächstenliebe auszugleichen. Aber diese Persönlichkeiten haben den großen Wunsch, dafür geliebt und geschätzt zu werden, sonst entsteht automatisch eine Überforderung.
Werden jetzt nun solche depressiven Persönlichkeiten immer wieder gezwungen, Leistungen zu erfüllen und Ansprüchen gerecht zu werden, ohne dass man ihnen die Möglichkeit eingeräumt hat, das nachzuholen, was sie in früheren Phasen verpasst haben, so hat das häufig sehr negative Auswirkungen. Sie retten sich dann in zunehmender Gleichgültigkeit und Apathie. Die typischen Versager sind hier vorzufinden wie auch die Persönlichkeiten, die sich hinter einer Sucht verstecken. Auch Selbstmörder gehören zu diesem Kreis.
Die Situationen stellen hier eine unlösbare Aufgabe und die Lebensfreude ist faktisch gar nicht mehr vorhanden.
Ein weiteres Merkmal depressiver Menschen ist, dass sie nur selten „nein“ sagen können, denn das hätte große Verlustängste oder Schuldgefühle zur Folge.
Die einzige Lösung besteht oft nur darin, das Wagnis einzugehen, ein selbständiges Individuum zu werden. |
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