Dr. Dirk De Souza Moderator
Anmeldedatum: 24.10.2005 Beiträge: 220
|
| Verfasst am: 20.02.2007 08:08 Titel: Das Wunder der Persönlichkeitsveränderung |
|
|
„Was Hänschen nicht lernt – lernt Hans nimmermehr!“, oder die Beantwortung der Frage:
Kann sich ein Mensch ändern oder nicht?
Die Beantwortung dieser Frage polarisiert noch immer die Geister.
Ich möchte Sie nun im Folgen an eine Antwort heranführen.
Die Entwicklung einer Persönlichkeit entsteht, und das ist nunmehr weitestgehend unstrittig, aus verschiedenen Reaktionen des Individuums gegenüber seiner Umwelt. Im Besonderen wären hier auszugsweise die Konditionierung, die Verdrängung und das Geltungsstreben anzuführen.
Ebenso unstrittig ist dieTatsache , dass die unbewussten Anteile der Persönlichkeit die bewussten bei weitem überwiegen.
Die eingekapselten, auf Grund mangelnder Möglichkeiten der Objektivierung heranwachsender Persönlichkeiten, Strebungen und Impulse wirken nunmehr im künftigen Leben aus dem Unbewussten.
Sie können aus diesem Grunde nicht mehr hinterfragt werden, sie werden oft nicht einmal mehr wahrgenommen. Die daraus resultierenden Handlungen, Empfindungen und Impulse werden künftig, da man sich in der Regel nicht eingestehen würde, etwas zu tun von dem man nicht weiß warum, mit Hilfe einer persönlichen Logik erklärt.
Ich bin bereits an anderer Stelle ausführlicher darauf eingegangen.
Die Summe dieser Impulse, Handlungs-, Verhaltens- und Reaktionsweisen ist zum Teil das, was für uns eine Persönlichkeit definiert - eben deren spezifische Eigenschaften.
Dabei wird gerade im Bereich der Menschenkenntnis und der Einschätzung individueller Persönlichkeiten oft der Fehler gemacht, bestimmte Reaktionen und Verhaltensweisen zu beobachten und auf vergleichbare Situationen zu spiegeln. Dieser Versuch, einen Menschen zu kalkulieren liegt jedoch zu weit an der Oberfläche und wird der Realität nur selten und, wenn überhaupt, nur zufällig standhalten.
Einen Menschen zu berechnen und ein bestimmtes Verhalten vorherzusagen gelingt uns nur, wenn wir dessen unbewusste Impulse und dessen Entstehung kennen. Erst daraus können wir das für Ihn unbewusste Ziel ermitteln, dem sich ein Großteil seiner Persönlichkeit oft schon frühkindlich untergeordnet hat.
Anhand dieser Ausführung sollte bereits klarer werden, welch oft undurchsichtiger Prozess bestimmter Verhaltensmuster zugrunde liegt.
Wie kann es also gelingen eine Persönlichkeit zu verändern?
Zunächst einmal ist es notwendig, dass die Persönlichkeit z.B. aufgrund eines subjektiven Leidensdruckes diese Veränderung selber wünscht. Andernfalls muss zunächst in individueller Länge von Gesprächen eine gewisse Sensibilität und Selbsterkenntnis für bestimmte Fehlverhalten erreicht werden (vorrausgesetzt diese sind vorhanden).
Im nächsten Schritt müssen dem Klienten nun die ihm bislang unbewusst gebliebenen Impulse bewusst gemacht werden. Dazu gibt es nun die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Im Laufe meiner Praxis habe ich zu diesem Zweck ein außerordentlich erfolgreiches System entwickelt, welches unter anderem Bestandteile aus Selbsterfahrungsübungen, Gesprächstherapie und Hypnose enthält.
Im Zuge der Bewusstwerdung können nun bereits ein Großteil unerwünschter Verhaltens- oder Reaktionsweisen als überflüssig abgelegt werden.
Der Hauptfeind jeder Veränderung jedoch ist die Gewohnheit und der Stress. Die Persönlichkeit neigt dazu, bei Stress, gleich welcher Art, unbewusst in lange gelernte Verhaltensweisen und Problemlösungsstrategien zu verfallen.
Dies ist meines Erachtens einer der Hauptgründe für die Rückfälle bereits geläutert geglaubter und entlassener Triebtäter.
Es bedarf einer weiterführenden Unterstützung und Betreuung, um z.B. bei Rückschlägen so lange zu ermutigen bis die neuen Verhaltensstrategien gelernt sind.
Die Erfolgsquote in Alkoholentzugskliniken liegt zum Zeitpunkt der Entlassung bei ca.80%
Die Rückfallquote nach dem Die Patienten unbetreut wieder in Ihr „altes“ Leben entlassen werden, liegt bei über 80%.
Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass es gemäß meiner Erfahrung sehr wohl und zuverlässig möglich ist, eine Persönlichkeit zu ändern, jedoch spielen eine Reihe von Faktoren hierbei eine wichtige Rolle.
Es ist ein Prozess, der nicht mechanisch abgehandelt werden kann. Er bedarf eines guten Therapeuten der in der Lage ist, auf die individuelle Persönlichkeit einzugehen und sich in sie einzufühlen.
Standartisierte Therapien sind hier meiner Ansicht nach fehl am Platze. _________________ D. De Souza |
|