M.Sachse Site Admin
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| Verfasst am: 24.01.2007 06:56 Titel: Depressive Menschen und ihre Depressionen |
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Depressive Persönlichkeiten und die Konsequenzen
Für die Harmonie, die der Depressive erleben will, ist er bereit, große Opfer zu bringen und setzt sich gerade zu selbstlos für die Durchsetzung ein.
Völlige Bescheidenheit, Verzicht in jeglicher Hinsicht, der Wille nach Frieden, totale Selbstlosigkeit, Mitgefühl und auch Mitleid gehören zu seinen wichtigsten Merkmalen.
Hierbei besteht ganz klar die Gefahr der Selbsttäuschung in dem Moment, wo er aus dieser Art seines Verhaltens eine Ideologie macht. Hier macht er dann aus der Not eine Tugend und erweckt den Anschein, etwas zu opfern, was er im Grunde noch nie wirklich besessen hat: sein „ICH“!
Dieses Ausweichmanöver der Individuation wird er allerdings an jeder Stelle ausbluten. Denn seine persönlichen Bedürfnisse, Wünsche und Triebe wagt er so gar nicht selbst zu leben.
Das große Problem hierbei ist, dass er immer mehr darauf angewiesen ist, dass seine Wünsche und Erwartungen durch andere erfüllt werden.
Die passiven Erwartungshaltungen depressiver Personen führen so oft zu Enttäuschungen, die vorprogrammiert sind und sollten sie dann noch auf ihre Belohnungserwartung verzichten, sind die Folgen verheerend.
Ganz interessant bei der Beobachtung depressiver Menschen ist die Konstellation des s. g. „Pechvogels“. Diese Art findet man häufiger unter den Depressiven und die Merkmale sind sehr ähnlich. Oft sind sie der Meinung, dass immer alles schief läuft und auch wirklich gar nichts funktioniert. „Egal was ich so anstrebe und wie viel Mühe ich mir auch immer gebe, ich hab ja doch immer Pech“
Es lässt sich sehr leicht erklären, dass auch in diesen Fällen ihre Wünsche kaum oder gar nicht geäußert werden und dann äußere Umstände oder ihr Unglück dafür verantwortlich machen.
Die Enttäuschung ist damit vorprogrammiert und oft wird hierbei ein großes Selbstmitleid empfunden. An dieser Stelle fällt es dem Depressiven leichter, sich als Pechvogel zu sehen, statt die Tatsache zu akzeptieren, dass das Nichtfordern der eigenen Wünsche oder das Unvermögen für sich selbst zu fordern, das eigentliche Problem darstellt.
Was oft bei depressiven Persönlichkeiten zu beobachten ist, ist die Tatsache, dass sich ihre Konflikte auch körperlich bemerkbar machen. Sehr typisch ist hier die Störung bei der Nahrungsaufnahme. Der Aufnahmetrakt steht, auch wenn nur symbolisch, repräsentativ für alles Nehmen, Fordern oder Zugreifen.
So sind Fettsucht und Magersucht häufig das Ergebnis der Konfliktsituationen solcher Menschen. Das Empfinden der Enttäuschungen wird daher sehr oft durch Essen oder Trinken versucht zu kompensieren. Ein gutes Beispiel hierfür ist der allgemein bekannte „Kummerspeck“.
Von hier aus ist die Grenze nur noch sehr schmal zu anderen Süchten, da der Depressive jede Form der Ersatzbefriedigung sucht.
Ebenfalls ein auffälliges Merkmal bei solchen Menschen ist die Gedächtnisschwäche!
Meistens sind sie der Meinung, dass sie sich überhaupt nichts oder nur sehr schwer merken können. Sie vergessen sehr schnell und sind dabei der Meinung, es wäre ein organisatorisches Symptom. Hierbei fällt auf, dass sie viele Dinge weder mit Interesse noch mit ihrer Aufmerksamkeit aufnehmen. Sie vermeiden es, Reize zuzulassen, denn es brächte sie in die missliche Lage etwas zu wollen, was sie sich letztendlich gar nicht zu nehmen wagen.
Die Resignation durch diesen selbst erschaffenen Schutzfilter findet so sehr früh statt.
Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit und Lernschwächen sind oft die Folgen und verstärken rückwirkend die vorhandene Depression durch ihre Selbstenttäuschungen.
Die Welt erscheint dem Depressiven immer leerer und trauriger. Zwar erspart er sich viele Enttäuschungen, allerdings formuliert er auch kaum Wünsche und das lässt seine WELT immer trostloser erscheinen. So gelangt er oft an die Grenze seiner Bereitschaft, zu verzichten oder sich anzupassen und erlebt eine andauernde Überforderung durch seine Tugenden. |
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