M.Sachse Site Admin
Anmeldedatum: 14.01.2007 Beiträge: 20
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| Verfasst am: 04.03.2007 12:23 Titel: Zwanghafte Personen und ihre Sexualität |
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Die Einstellung zwanghafter Personen zu allen Genuß- und Lebensfreuden ebenso wie zur Sexualität scheint mit zunehmend zwanghaften Eigenschaften auch immer problematischer zu werden. Gerade bei der Sexualität wird oft ein „Plan“ aufgestellt, der die Sache oft sehr ernüchternd ausgehen lässt. Mangelndes Einfühlungsvermögen oder mangelnde erotische Phantasien lässt das Liebesleben schnell in eingefahrene und eingeplante Bahnen verlaufen.
Oftmals ist bei zwanghaften Persönlichkeiten ein sadistischer Einschlag vorhanden, was sich äußerst durch das Zwingen des Partners zur Sexualität und die Verwechslung einer Intimbeziehung mit Machtgefühlen.
Zudem können aber auch in früher Kindheit erworbene Schuld- oder Schamgefühle in direktem Zusammenhang mit der Sexualität, die intime Beziehung zu einer Qual und zu etwas völlig Phantasielosem machen. So verläuft die Sexualität dann nur noch in einem festen Rahmen und auch nur noch unter ganz bestimmten Bedingungen.
Das kann unterschiedliche Auswirkungen haben, wie z. B. eine selbst erzeugte Ekelgrenze oder ewig lange Zweifel als Schutzmantel vor den „verbotenen Trieben“ .
So werden bei dieser Art des zwanghaften Verhaltens alle Vorsichtmaßnahmen und Absicherungen getroffen, die nun alle negativen Eventualitäten ausschließen sollen. Oft werden dabei Rationalisierungen mehr oder weniger an den Haaren herbei gezogen, um Entscheidungen oder Handlungen schon im Vorfeld zu vermeiden und natürlich so jede Art von Risiko ausschließen zu können.
Der zwanghafte Mensch trägt seine Art der Leistungsbereitschaft sehr häufig in die Sexualität.
Sexuelle Partnerschaften werden für ihn somit zur Bewährung seines Leistungsvermögens, also somit seiner Potenz, und damit seinen Sexualpartner zum Objekt seiner eigenen Leistungsprüfung.
Die sexuelle Potenz setzen sie hierbei oft gleich mit ihrem „Vermögen“ , was sich hier auf die finanzielle Situation bezieht.
Häufig findet man bei diesen Menschen ein gleiches oder ähnliches Verhältnis zum Geld wie zu ihrer eigenen Potenz. Ähnlich wie bei der Sexualität wollen sie hier entweder unter Beweis stellen, dass sie „vermögend“ sind oder sie sparen mit ihrer Potenz aus der Angst heraus, die Recourcen völlig aufzubrauchen. Der Umgang mit ihrem Geld ist dabei im Grunde der Gleiche!
Eine erotische, sexuelle Liebesbeziehung kann bei diesen zwanghaften Persönlichkeiten sehr leicht gestört werden und oft machen sie diese von ganz bestimmten Bedingungen abhängig.
Etwaige Gerüche, Geräusche, das falsche Licht, unverschlossene Türen oder andere äußere Umstände können sie sofort aus der Bahn werfen und somit massiv stören. Diese Dinge lösen dann eine Unlust aus oder können sogar völlig in die Potenz desjenigen eingreifen.
Nicht selten kommt es vor, dass sie schon vorher ewig lange Waschvorbereitungen vornehmen und der Sache und jeder Form der Erregung keine Möglichkeiten einräumen.
Auch vorgeschobene Pflichten, Müdigkeit oder Arbeitsüberlastungen werden gerne vorgeschoben. Nur unbefangene Sinnesfreuden sind so gut wie nie vorzufinden und der Partner wird nicht all zu selten als persönlicher Besitz angesehen, was dann wieder zur Eifersucht führt. Diese Entwicklung der Eifersucht ist allerdings hier mehr ein Machtproblem.
Sollte der Partner nun versuchen, sich dieser zu entziehen, so wird der Zwanghafte ihn automatisch noch mehr einengen und sich seiner ständig versichern wollen, was die Sache dann nur noch mehr verschärfen wird.
So könnte man fast behaupten, dass der so genannte Keuschheitsgürtel die Erfindung eines Zwanghaften war! |
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