M.Sachse Site Admin
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| Verfasst am: 26.01.2007 02:22 Titel: Depressive und Aggressionen |
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Depressive Persönlichkeiten und ihre Aggressionen
Der Umgang mit Aggressionen stellt für den Depressiven ein großes Problem dar.
Hier stellt sich ganz klar die Frage, wie jemand aggressiv sein kann, sich durchzusetzen vermag, der im Grunde voll ist mit Verlustängsten, sich selbst als abhängig erlebt und in hohem Maße auf die Liebe angewiesen ist. Auf der anderen Seite sind Affekte und Aggressionen unvermeidbar.
So stellen sich auch für den depressiven Menschen unterschiedliche Möglichkeiten!
Eine der Möglichkeiten besteht darin, ihnen auszuweichen. Dieses Ziel wird dann erreicht, wenn er eine Art Ideologie der Friedfertigkeit entwickelt. Die Aggression nimmt er dann nicht mehr wahr.
Der Depressive versucht die Situation so zu entschärfen, indem er ihr eine andere Bedeutung gibt oder sie verharmlost.
Die häufigste Form depressiver Aggressionen jedoch äußert sich auf eine ganz ungewöhnliche Weise. Das ständige Jammern und Beklagen dieser Personen hat dabei einen sehr zerstörerischen Einfluss auf den Partner, ohne das der Depressive es bemerkt.
Das ewige Jammern über die anderen, das alle schlecht oder rücksichtslos sind, kann hierbei auch bei diesen Personen Schuldgefühle auslösen.
Dem Partner hingegen kann die Situation schnell zuviel werden, er erkennt die Absichten und befreit sich von den Schuldgefühlen, die sein Partner ihm vermitteln will.
Kommt die Aggression aber auch auf diesem Wege nicht beim Partner an, so kann sie sich zunächst einmal in Selbstmitleid wandeln und richtet sich ausschließlich gegen den Depressiven selbst. Das extremste Beispiel hierfür ist der Melancholiker.
Also halten wir fest, dass die Unterdrückung der Aggressionen bei depressiven Menschen dazu führt, dass übermäßige Besorgtheit, das Ideologisieren der Bescheidenheit, Demut und Friedfertigkeit die Folgen sind. Über das Jammern und Klagen bis hin zur Wendung gegen seine eigene Person mit Vorwürfen und Bestrafungen gegen sich selbst, und letztlich bis zur Selbstzerstörung.
Das große Problem bei nicht gelebten Aggressionen ist das fehlende Auslassventil, was sich für den Depressiven sehr quälend auswirken kann. Weiterhin bekannt ist, das hierbei eine Art der Antriebslosigkeit entsteht und diese Menschen sich oft sehr passiv verhalten.
Die Wut, der Haß und auch Neid sind selbst beim Kind nicht zu vermeiden, werden aber dann zur Gefahr, wenn sie sich nur noch anstauen und zum Inhalt der Depression werden. |
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