M.Sachse Site Admin
Anmeldedatum: 14.01.2007 Beiträge: 20
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| Verfasst am: 24.01.2007 13:18 Titel: Depressionen zwischenmenschliche Beziehung |
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Der depressive Mensch und die Liebe
Die Liebe, der unbedingte Wunsch Liebe zu wollen und geliebt zu werden ist für den Depressiven das Wichtigste in seinem Leben.
Hier liegt im Grunde seine Stärke aber auch die größte Gefahr für ihn.
Jede Art von Auseinandersetzungen und Konflikten sind für ihn eine große Belastung, da sie seine Verlustängste fördern. Doch gerade seine Mühen um die Partnerschaft führen oft zu großen Konflikten innerhalb dieser Partnerschaft. Oft fühlt sich der Partner durch diese enge Umklammerung fast erdrückt und versucht sich aus dieser zu lösen. Das löst bei depressiven Persönlichkeiten starke Ängste und manchmal sogar Panik aus. In seiner Hilflosigkeit greift er auch dann schon mal zu erpresserischen Mitteln, in einigen Fällen sogar bis zum angedrohten Selbstmord.
Der Grund dieser Entwicklung ist oft die nahezu grenzenlose Beziehung zur Mutter in der frühen Kindheit, und die Hoffnung diese Beziehung auf höherer Ebene wieder zu finden.
Bei einer gesunden Persönlichkeit mit leicht depressiven Einschlägen liegt eine unwahrscheinlich große Bereitschaft zur bedingungslosen Liebe und ein hohes Maß an Opfer-und Hingabebereitschaft zugrunde. Auch Schwierigkeiten und Probleme in der Partnerschaft kann er durch seine Fähigkeiten souverän bewältigen.
Beim schwerer depressiven Menschen überwiegt in der Liebesbeziehung vor allem die Verlustangst.
Um diese Verlustangst zu meiden, entwickelt der Depressive eine ganz interessante Form der Zuneigung. „Was geht es dich an, wenn ich dich liebe“ Der Partner kann sich nun nahezu fast verhalten wie er mag, da er in dem Fall das Gefühl zu seinem Partner mehr liebt als den Partner selbst. So gerät er nur noch in die Abhängigkeit seiner eigenen Liebesbereitschaft und sich selbst.
Sehr schwierig ist bei der depressiven Partnerschaftsbeziehung, die erpresserische Liebe. Eine ständige Herrschsucht, die im Grunde auch nur aus der Verlustangst entsteht, ist dabei ein entscheidendes Merkmal. Das Ziel, was dabei erreicht werden soll, steht im Vordergrund. Sollte das Ziel nicht erreicht werden, so greift man zu härteren Mitteln bis hin zu Selbstmordandrohungen. Hier versucht der Depressive Schuldgefühle im Partner zu wecken. Sollte auch das ohne Erfolg bleiben, so sind tiefste Depressionen und Verzweiflung vorprogrammiert. Neigt allerdings der Partner zu solchen Schuldgefühlen, so kann sich eine Beziehung entwickeln, die oft nur noch aus Angst, Mitleid und Schuldgefühlen besteht. Ebenso wird die Krankheit als fast erpresserische Waffe benutzt, um den Partner an sich zu binden.
In all diesen Fällen steht allerdings fest, dass das Ausweichen vor der Individuation, die Verlustängste nicht wirklich aus der Welt schafft.
Die Eigenständigkeit und die Selbstachtung sind die Vorraussetzungen, um die Achtung seines Partners nicht zu verlieren. Wer nun auf der anderen Seite versucht, seinen Partner zum Kind zu machen, muss ganz klar damit rechnen, dass er die Grenze seiner Toleranz überschreitet und er sich irgendwann aus der Partnerschaft lösen oder befreien will.
Nicht selten kommt es vor, dass so aus Liebe Haß entsteht.
Die Sexualität depressiver Menschen rückt hierbei klar in den Hintergrund. Bedingungslose Liebe, Zärtlichkeiten und die Zuneigung sind für ihn ganz klar primär entscheidend.
Im Falle einer zu großen Abhängigkeit kann sich aber auch hier alles sehr negativ entwickeln, bis hin zur Hörigkeit und im Extremfall sogar zum Masochismus - Masochismus im sexuellen aber auch im seelischen oder moralischen Sinne. |
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