Zwanghafte Personen und die Liebe
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Verfasser:
Gast
Verfasst am:
03.03.2007 um 19:14 Uhr
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Eines der wenigen Dinge, die zwanghafte Personen nicht nach ihren Vorstellungen kontrollieren können, ist wohl die Liebe. An dieser Stelle wird es ungeheuer schwierig für den Zwanghaften nach seinen Sicherungstendenzen und nach seinem Machtwillen zu handeln, da er sich hier oft entgegen seiner eigenen Vernunft verhält.Dabei passiert es häufig, dass Personen mit zwanghaften Persönlichkeitsstrukturen versuchen, ihre Gefühle stark unter Kontrolle zu halten, da sie sich auf ihre Gefühle nicht wirklich verlassen können. Leidenschaft ist für sie oft noch unvernünftiger und unberechenbarer und daher meist ein Zeichen für Schwäche. Aufgrund dessen sind sie in ihren Gefühlszuwendungen oft sehr sparsam, können sich ihren eigenen Gefühlen nicht wirklich hingeben und haben auch für die Gefühle des Partners nur wenig Verständnis. Durch ihre Sachlichkeit in emotionalen Momenten wirken sie ungemein ernüchternd.
Im Gegenzug haben sie allerdings ein sehr großes Verantwortungsgefühl in der Partnerschaft und stehen zu ihren Entscheidungen. Die Gleichberechtigung des Partners erkennen sie nur ungern an und so wird diese Partnerschaft leicht zu einem Machtkampf um die Überlegenheit.
Während der Depressive seinen Partner aufgrund seiner Verlustängste in Abhängigkeit bringen möchte, so macht der Zwanghafte es aufgrund seines Machtbedürfnisses.
Hierbei versucht er seinen Partner völlig nach seinem Willen zu formen und er kann seine Andersartigkeit kaum akzeptieren. Es lässt sich oft beobachten, dass zwanghafte Personen auf Kosten des anderen leben und ihn zu zuvielAnpassung zwingen.
Auf der anderen Seite hat er eine enorme Tragfähigkeit und Belastbarkeit innerhalb einer Beziehung. Auch die Treue ist für ihn ein entscheidender Faktor, die für ihn schon aus ökonomischen Gründen sehr wichtig scheint. Beziehungen und auch Ehegemeinschaften werden nicht selten aus reinen Vernunftsgründen geschlossen. Materielle Argumente oder Argumente, die zur Sicherung beitragen könnten, spielen auch häufig eine ganz entscheidende Rolle. Bis es zur Bindung kommt, lässt der Zwanghafte oft einen langen Zeitraum des Zweifels aufkommen und so entstehen nicht selten überlange Verlobungszeiten oder ein wiederholter Aufschub des Termins zur Hochzeit. Wenn er sich aber schließlich und letztendlich doch dazu entscheiden kann, so gilt diese Beziehung für ihn als unauflösbar. Das gilt selbst für die Fälle, wo er die Beziehung selbst auflösen möchte oder sein Partner darunter leidet. Auch religiöse oder ethische Gründe werden hier oft verwendet.
Umso stärker die zwanghaften Züge ausgeprägt sind, umso mehr wird die Bindung als eine Art juristischer Vertrag angesehen. In diese Art des Kontraktes sind Rechten und Pflichten im Regelfall ganz klar geklärt. In dem Falle, dass das Formale die Gefühlsbeziehungen austauschen soll, kommt es zum Beharren auf vermeintliche Rechte bis hin zu sadistischen Prinzipien, wobei unter dem Deckmantel seiner Korrektheit einfach nur die feindseeligen Gefühle und Machtansprüche ausgelebt werden können.
Bei eventuellen Krisen und Auseinandersetzungen sind zwanghafte Personen alles andere als einsichtig und das Nachgeben fällt ihnen äußerst schwer ebenso wie Unrecht einzusehen.
Der Zwanghafte lebt überwiegend in der Vergangenheit und hält seinem Partner fast pedantisch und mit genauen Zeitbelegen vor, welche Fehler er in der Vergangenheit gemacht hat. Eine ganz große Rolle bei zwanghaften Persönlichkeiten spielt die Zeit und Geld, die Pünktlichkeit und die Sparsamkeit innerhalb der Partnerschaft.
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