Depressionen und Angst


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Verfasser:
Gast

Verfasst am:
22.01.2007 um 13:24 Uhr


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Die 2. Grundform der Angst – Die Depression

Im Gegensatz zu schizoiden Persönlichkeiten sind die depressiven Menschen sehr intensiv auf einen Partner angewiesen. Die im Thema zu schizoiden Menschen angesprochene Distanz ist für den depressiven Menschen fast eine Qual. Der Depressive will seinem Partner oder seinem „Du“ so nahe wie möglich sein. Jede Distanz, Entfernung oder gar Trennung von seinem Partner empfindet er als Angst und wird im Vorfeld alles versuchen um es nie soweit kommen zu lassen. Die Ferne zu seinem Partner empfindet er als „Alleingelassenwerden“ und das kann tiefe Depressionen auslösen, die letztendlich auch in der Verzweiflung enden kann.
Um sich diesen Verlustängsten oder Trennungsängsten nicht wahrlos aussetzen zu wollen, ist es ganz entscheidend, soviel Unabhängigkeit und Eigenständigkeit wie möglich zu entwickeln, um die Abhängigkeit vom Partner zu lockern.
Gerade hier liegt aber meist das eigentliche Problem, denn für den Schritt in die Unabhängigkeit müsste der Depressive die Bindung an seinen Partner lockern und das bedeutet im Regelfall wieder die Verlustangst.
Im Gegenzug versucht er nun andere Sicherheiten zu gewinnen, die nun die Probleme lösen sollen, allerdings verschlechtern sich die Zustände hierdurch enorm.
Die Abhängigkeit erscheint ihm als Sicherheit, wobei er verschiedene Möglichkeiten der Abhängigkeiten wählt. Entweder macht er sich von jemandem abhängig oder er versucht jemanden von sich abhängig zu machen. Durch die Abhängigkeit scheint er sich eine Art Garantie aufzubauen. Diese Garantie soll nun eine Garantie des nicht „Verlassenwerdens“ werden.
Nun scheint die eine Möglichkeit, die Bindung an einen Menschen, indem man sich fast hilflos und kindlich in seine Abhängigkeit begibt, um ganz klar zu demonstrieren, dass man nicht verlassen werden will bzw. darf. Die Hilflosigkeit im Wesen soll die Absicht hierbei unterstützen, denn wer könnte schon so herz- und lieblos einen Hilflosen verlassen.
Die andere Möglichkeit besteht darin, den Partner oder den anderen in Abhängigkeit zu bringen, indem man ihn auf gleiche Art und Weise zum Kind macht. Als klares Gegenbild des eben beschriebenen Bildes mit genau entgegen gesetzten Vorzeichen – aber immer mit dem gleichen Hintergrund: Die Abhängigkeit zu schaffen.
Sowie der depressiven Persönlichkeit die Nähe zum Partner, die Geborgenheit und die Sicherheit gibt, die er für sich beansprucht, so empfindet der Schizoide sie als Einschränkung und Bedrohung. Die Distanz hingegen bedeutet für ihn Unabhängigkeit und Sicherheit, für den depressiven Menschen bedeutet es eher die Gefahr des Alleingelassenwerden.
Die Angst vor der eigen Selbständigkeit oder der Selbständigkeit seines Partners in der Gefahr, sich von einander weg zu entwickeln löst in ihm Verlustängste aus. Nicht ganz unberechtigt, denn je mehr wir uns selbst und eigenständig entwickeln, um so eher unterscheiden wir uns vom Partner und auch von den Anderen. So ist es gegeben, dass jede Art der Eigenständigkeit und Individuation uns ein Stück weit isoliert.
Um so schwächer die Selbständigkeit ausgeprägt ist, um so mehr sind wir auf andere angewiesen. So wird die Ich-Schwäche zur Kehrseite der Verlustangst und andersrum.
So kann die Aufgabe, die Verlustängste zu meiden, indem man immer mehr von sich selbst aufgibt, leider immer nur das Gegenteil bewirken.
So bleibt festzuhalten: Depressive Persönlichkeiten begeben sich in Abhängigkeiten, um Sicherheit zu empfinden. Mit der Abhängigkeit entstehen die Verlustängste. Aufgrund dessen wollen sie so dicht wie möglich am Partner sein und reagieren schon bei kurzer Trennung mehr als panisch!
Der Depressive idealisiert die Menschen, die ihm nahe stehen. Ihre Schwächen werden entschuldigt und die schlechten Seiten werden einfach übersehen. Er wird alles meiden, was seine vertrauensvolle Beziehung gefährden könnte. Er meidet jede Form von Spannungen und Auseinandersetzungen, um seine Harmonie nicht zu zerstören. Durch die Idealisierung des Partners und der Tatsache, dass er das Böse im Menschen nicht sehen will, ist die Gefahr oft groß, dass diese Menschen ausgenutzt werden, was seine langanhaltende und kindliche Naivität auch noch begünstigt.


Nachschlagewerk: Grundformen der Angst

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