Insolvenz - na und!

Insolvenz - na und!  

Die Insolvenzen in der Schweiz und Deutschland nehmen nicht ab. Vielmehr haben sich die Insolvenzen auf einem festen Niveau gehalten bzw. sind gestiegen. Dies zeigt, dass der Bedarf an Vorinformation, Information und Hilfen immer wichtiger wird und immer mehr Menschen bzw. Unternehmer und Unternehmerinnen nach Hilfen und Unterstützung suchen. Dies betrifft sowohl Einzelunternehmen als auch juristische Personen wie z.B. GmbH`s und AG`s.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass die Vorphase einer drohenden Insolvenz, ob nun bewußt oder unbewußt erlebt, oft nicht erkannt wird oder die Betroffenen einfach Angst vor den Konsequzenzen und Folgen haben einer Insolvenz. Im Rahmen einer selbst durchlebten Insolvenz weiss ich wovon ich spreche und schreibe. Ich verstehe die Menschen hinter einer Insolvenz, kann mitfühlen und erkennen. In meinem persönlichen Unternehmensfall habe ich ca. 2 Jahre vor der Insolvenz bereits Veränderungen im Unternehmen erkannt bzw. menschliche Merkmale außer acht gelassen. Im Rahmen der sogenannten Insolvenzvorphase hatte und auch mit meinem Team versucht, alle möglichen Schritte zu unternehmen, um die Kennzahlen des Unternehmens zu verbessern bzw. Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Einige Aktionen waren mit Erfolg belegt und andere waren ein Flop. Ungeachtet dessen habe ich mich zum damaligen Zeitpunkt um das Unternehmen und vor allem um die Menschen gekümmert, die von den aktuellen Problemen betroffen waren bzw. wären. Somit habe ich meine persönlichen Belange nicht mehr beachtet bzw. Warnsignale ignoriert.

Nach meiner heutigen Sicht und Erfahrung war dies einer der größten Fehler im Rahmen der Erkennung und Vermeidung der Insolvenz. Ganz einfach - ich war festgefahren und gefangen in meiner Unternehmensroutine und hatte zum damaligen Zeitpunkt keinen geeigneten Partner zum reden und klären von offenen Fragen und Problemen.

Die Vorphase war geprägt von Angst was in der Zukunft passieren wird, Angst vor der Meinung der anderen Menschen und vor allem Bedenken ob dieser oder jener Weg der bessere sei. Letztendlich mündete die Zukunft zum damaligen Zeitpunkt in der Insolvenz bzw. einer geführten und von mir initiierten Insolvenz mit Antrag und Abwicklung bzw. Verkauf des Unternehmens. Ab diesem Zeitpunkt begann für mich eine sogenannte Odysee der Gedanken und Abhängigkeit vom Insolvenzverwalter und Gericht. Neben einer nicht abgeschlossenen Vorphase im Insolvenzverfahren über 7 Jahre dauerte mein Verfahren ab Abgabe des Insolvenzantrages im Juni 2002 bis zum März 2010! Also insgesamt  8 Jahre bis zum befreienden gerichtlichen Schreiben der Aufhebung.

Aufgrund der durchlebten Insolvenz kenne ich alle Facetten einer negativen Situation. Angefangen von sehr langen Zeiten ohne Geld, ohne Freunde die sich größtenteils abgewendet haben oder einfach Zeiten, in denen ich bis zu 4 Tagen nichts zu essen hatte oder überlegen musste, ob ich die wenigen EUR für mich zum essen verwende oder lieber dieses Geld für die Kinder investiere oder spare für Schuhe oder den einfachen Bedarf an Schulmaterial etc... Schließlich sollten unsere Kinder nichts von dieser Situation mitbekommen. Dies war eine Kunst für sich, aber ich habe dies in 8 Jahren so denke ich sehr gut erreicht. Es gab Zeiten an denen ich selbst initiierte Vorstellungstermine europaweit hatte, für die ich nicht wusste wie ich das dafür notwendige Geld der Reise aufbringen kann. Doch ich schaftte es immer wieder.

Es gab Zeiten, an denen ich zwischen Terminen, ob Sommer oder Winter, mit dem Schlafsack im Auto übernachtet habe, um ja kein Geld aufbringen zu müssen für Frühstück oder Übernachtung. Es gab Zeiten an denen ich nicht mehr weiter aktiv sein wollte oder es gab Zeiten, an denen ich mit hochkarätigen Menschen Gesprächstermine hatte in den sogenannten Luxushotels oder Hotels, bei denen ich mit rießigen Durst oder Hunger teilgenommen habe. Ich nahm teil und verwies jeweils bei den Bestellungen immer darauf, dass ich erst vor einigen Minuten etwas getrunken oder gegessen hatte. Ich hatte ja kein Geld und wollte auch nicht auffallen. Sehr oft wurde ich dann nach Beendigung eingeladen und oft dachte ich mir dann, hätte ich bloß etwas bestellt. Oft kam es auch vor, dass meine Gastgeber dann bei der Bestellung direkt fragten ob ich wirklich nichts wünsche, denn sie möchte mich gerne einladen. Tja, auch hier blieb ich eißern, denn was für ein Licht hätte dies auf mich geworfen, wenn ich dann direkt bei der Bestellung dann doch etwas wollte. Also sozusagen - wenn sie mich einladen, dann nehmen ich doch was... - dies würde weder ein positives Licht auf mich werfen als würde ich noch glaubwürdig erscheinen.

Also Sie bemerken anhand einiger weniger beschriebener Punkte, dass ich alle Seiten einer solchen Phase kenne und komplett durchlebt habe. Nach heutiger Sicht hat mich diese Insolvenz bzw. diese Erfahrungen enorm weit gebracht, enorm abgehärtet und so würde ich es definieren, für alle Dinge im Leben vorbereitet. Jedoch gestehe ich auch, dass ich auf einige Erfahrungen und Zeitspannen hätte schön verzichten können. Doch dies hat mich positiv geprägt und vor allem soweit gebracht, dass ich heute eine äußerst hohe Flexibilität besitze und in allen für mich wichtigen Bereichen jederzeit einsetzbar und vor allem enorm leistungsfähig und motiviert bin.

Also jede Medaille hat zwei Seiten! Warum schreibe ich darüber und warum gehe ich dieses Thema so offen an?

Nun ja, in der Schweiz und vor allem Deutschland ist dies immer noch ein Tabuthema und viele Menschen und Organisationen meiden dieses Thema bzw. Menschen in einer Insolvenz gelten immer noch als Versager oder Menschen zweiter Klasse. Dass dies nicht so ist belegen Beispiele aus dem Unternehmeralltag, in dem Menschen ein mal mehr aufgestanden als sie gefallen sind und somit neue und bessere und erfolgreichere Unternehmen gegründet und geführt haben.

Vor allem die Grundlage einer solchen Beratung umfaßt die folgenden Betrachtung. Ist ein Unternehmen

- sanierungswürdig
- sanierungsfähig
- sanierungsbefürftig!

Um in diesen Fragen und Anliegen eine kompetente und passende Hilfe und Begleitung zu erhalten, benötigen Sie einen Fachmann bzw. Fach-Consulting-Unternehmen, welches(r) Ihnen Erfahrungen und Wissen vor allem in diesem Fach nachweisen kann bzw. können. Gerne stehen auch wir Ihnen für eine erfolgreiche und direkte Begleitung zu Verfügung.

In diesem Sinne...

Dr. M. Schenk
Schweiz



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